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Der Theologe Stephan Praetorius lebte von 1536 bis 1603. Er ist in Salzwedel geboren und in der St.-Marienkirche getauft worden. Die wohl recht begüterten Eltern ermöglichten ihm eine außerordentliche Schulbildung und schließlich ein siebenjähriges Studium an der Rostocker Universität, an der er Theologie und einige Semester Medizin studierte. Das Studium war von jungen nachreformatorischen Professoren geprägt und bewirkte eine bleibende Bindung an Luther und Melanchthon. In seine Heimatstadt zurückgekehrt, war er zunächst Diakon in St. Marien und ab 1569 bis zu seinem Tode Pfarrer in St. Katharinen. Ein lebensgroßes Ölgemälde aus dieser Zeit befindet sich in der Kirche, ebenso das Epitaph. Aus beiden Zeugnissen spricht die hohe Wertschätzung und Hochachtung, die Praetorius erfahren hat. 

Das Wirken von Stephan Praetorius ist in der Katharinekirche bis zum heutigen Tage sichtbar. So hat er die Kanzel bauen lassen, die in ihrem Relief und den Inschriften Teil der reformatorischen Verkündigung ist. Auch die Buntglasfenster aus dem 15. Jahrhundert hat er renovieren lassen und durch Umgestaltung in die neue protestantische Konzeption integriert. 

In der Seelsorge orientierte sich Praetorius an den wirklichen Bedürfnissen seiner Gemeinde. So ist er unter der Bezeichnung „Pestpfarrer“ wohlwollend in die Geschichte eingegangen, weil er einerseits unermüdlich geistlichen Trost spendete und praktische Hinweise im Umgang mit den Kranken erteilte und zum anderen die Obrigkeit ermahnte, für die medizinische und hygienische Betreuung der Pestkranken in der Verantwortung zu stehen. Seine „Trostsprüchlein für die Kranken“,  „…für die Seefahrer“, „..für die Kaufleute“ usw. sprechen davon, dass er sich in die Lebenssituation verschiedenster Berufsgruppen und sozialen Schichten hineinversetzte. Er hat insgesamt 85 Drucke herausgegeben. Bis in die Gegenwart werden seine Werke verlegt, insbesondere in Nordeuropa, in der Schweiz und in den Niederlanden. Sein zentrales Werk ist die „ Geistliche Schatzkammer der Gläubigen“, ein viel gelesenes Andachtsbuch, das aus den Trostsprüchlein hervorgegangen ist.

Der Nachwelt ist er als so genannter Erbauungsschriftsteller bekannt. Er hat insgesamt 85 Drucke in lateinischer Sprache, aber vor allem auch in deutscher Sprache herausgegeben. In einer bildhaften, der Erfahrungswelt praktisch arbeitender Menschen entnommenen Sprache faszinierte er seine Mitmenschen.  Bis in die Gegenwart sind seine Werke präsent, insbesondere in Nordeuropa, in der Schweiz und in den Niederlanden. Sein zentrales Werk ist die „ Geistliche Schatzkammer der Gläubigen“, ein Andachtsbuch, das aus den Trostsprüchlein hervorgegangen ist. Die neueste wissenschaftliche Abhandlung über Praetorius verfasste Eckhard Düker aus Paderborn im Jahre 1998.

Bessere Lernbedingungen seiner Lateinschüler lagen ihm am Herzen, als er die an der Nordseite der Katharinenkirche gelegene unbequeme Lateinschule durch einen modernen Bau am Kirchplatz ersetzte. Das heute noch unter der Bezeichnung  „ Alte Lateinschule“ genutzte Gebäude ist indirekter Vorgänger des Jahn-Gymnasiums. 

Reformen in der Schule waren  die logische Konsequenz seiner Lebensauffassung. Er räumte dem Mutterspracheunterricht einen breiteren Raum ein. Für Schüler und Studierende verfasste er ein Werk über Methoden des Lernens. In ihm empfahl er die konsequente, rituale Gliederung des Tagesablaufs und verdeutlichte die Rolle der Körperhygiene, der Ernährung, des Sportes und Spieles. Allerdings war sein Bemühen um die Gründung einer Mädchenschule noch nicht erfolgreich. 

Die Kraft für sein umfangreiches praktisches und kreatives Wirken schöpfte Praetorius  aus der Überzeugung von der gegenwärtigen Seligkeit der Gläubigen durch die Taufe. Sein gelebter Glaube war von Lebendigkeit und Fröhlichkeit gekennzeichnet. Und dieser froh machende, dem Evangelium entspringende, auf das Leben gerichtete Glaube ist es auch, der eine gute Grundlage für das Zusammenleben an einer christlichen Schule ist.